~ "Zum Gerücht" - eine Kneipe & mittlerweile eine Institution.
Das kann und darf man so sagen. ~


~ Teil I ~

Das Haus hat Geschichte, sowohl in der Vergangenheit als auch heute. Fangen wir am besten in der Vergangenheit an denn die Gebäude sind eng mit der Geschichte von Laubegast verbunden: - um 1408 ist die erste urkundliche Erwähnung der Besiedlung "Lubegast" datiert (Dorf des Lubogost-sorbisch: lubo=lieb, wert / gost=Gast) - 1501 wird schon ein Fährmann erwähnt - 1529 gelangt nach mehrmaligem Besitzwechsel das Fischerdorf in den Besitz derer von Bünau zu Weesenstein - 1613 ist erstmals eine Schiffmühle im Eigentum des kurfürstlichen Amtes, Bauern müssen ihr Getreide darin malen lassen - 1650 Verbot zur Übersetzung über die Elbe von Fuhrwerken - der Kurfürst fürchtete um seine Einnahmen aus dem Geleitzoll - um 1830 Aufhebung der Gutsgerichtsbarkeit - im 18. Jh. erlangt Laubegast Bedeutung durch Caroline Neuber - 1992 wird die liebliche Kaschemme "Zum Gerücht" gegründet, seither ist Laubegast weltberühmt - 2002 höchstes Würschtelhochwasser der Welt, die Kaschemme versinkt in den goldenen Fluten des Heinz Elberich - 2012 feiert die gar liebliche Kaschemme den 20. Geburtstag - 2013 versinkt die Kaschemme erneut in den Fluten des Heinz Elberich. Die ehemalige Zwirnerei der "Zwirnwölfe", in deren einem Teil Sie sich hier befinden, geht zurück auf die Familie Wolf.

Die Familie Wolf war bis 1926 trotz Streit mit dem Rat der Stadt Dresden (seit 1738 Verkaufsverbot auf dem Altmarkt) und Verkaufsverbot zur Leipziger Messe als Hauptaufkäufer und Verleger der Garne aktiv. Zum Bleichen der Garne dienten die Elbwiesen, wovon noch heute der Straßenname "Zur Bleiche" zeugt. Das Grundstück verlief ursprünglich über ein Gelände von 0,6 ha, zu welchem das heute noch existierende Herrenhaus (Österreicher Str., ehemaliger Wohnsitz der Familie) gehörte. Die Schankwirtschaft erstreckt sich über drei Gebäudeteile, deren vermutlich ältester das frühere Brunnenhaus ist (der Brunnen ist heute noch direkt neben dem vorderen Tresen sichtbar). Der ehemalige Pferdestall, zwischen 1842 - 1890 erbaut, war bis in die 30-er Jahre zum Garten hin offen. Der jüngste Teil (Eingang) birgt unter sich den vielleicht ältesten Teil. Anders als von dem Pferdestall, welcher nicht nur auf alten Plänen eingezeichnet, sondern auch noch existent ist, gibt es über diesen Gebäudeteil keinerlei Aufzeichnungen, jedoch befindet sich noch heute unter genau diesem Teil ein Gewölbe. Gleich links hinter dem Eingang ist der Rest einer ehemaligen Außenwand zu sehen, wovon die Treppe in das Gewölbe absteigt (Vielleicht wird eines Tages der Moment kommen, wo diese Treppe freigelegt wird?). In diesem, nun jüngsten Teil, gab es in früheren Jahren die Zwirnerei, dann eine Weinhandlung, lange Zeit eine Buchhandlung und zu DDR-Zeiten war es gar eine Wohnung.

~ Teil II ~


Machen wir an dieser Stelle mit der jüngeren Vergangenheit und dem Heute weiter. Seit dem Bestehen der Kneipe wurde so einiges umgebaut und verändert. Ursprünglich war die Kneipe ja nur halb so groß wie heute. Da, wo heute die Küche ist, befand sich ein schmaler, nur von außen zugänglicher Gang. Das Essen wurde damals noch direkt am Tresen zubereitet und das Angebot war sehr übersichtlich. Neben Boulettenspießen gab es noch Soljanka oder Suppe aus der Büchse. Im Frühjahr 1993 folgte dann mit der Erschließung des Stalles die Erweiterung der Kneipe. Dazu musste die Wand zwischen den vorderen Toiletten durchbrochen werden. Der Dachboden wurde durch eine Treppe mit dem Erdgeschoß verbunden (bis dahin war er nur von außen zugänglich). Weitere Toiletten und ein weiterer Tresen wurden eingebaut. Am Tag der Eröffnung des Stalls (1. Mai 1993) standen vor der Kneipe vielleicht 300 Gäste! Und der Stall war noch nicht fertig! Der rührige Bauleiter fiel beim Streichen der Treppe, welche direkt unter ihm noch geschraubt wurde, durch das Fehlen von Stufen rückwärts runter und der Farbeimer auf ihn drauf. Er konnte die Eröffnung erst Stunden später mit feiern, nach einer ausgiebigen Dusche. Bis 21.30 Uhr dauerten die Vorbereitungen und erst dann konnten die Gäste hereingelassen werden. Völlig klar, dass von den 300 Wartenden nicht alle hinein passten und leider wieder gehen mussten. Doch die, welche Platz fanden, waren so begeistert, dass in diesem Jahr die Kneipe jeden Tag restlos ausgebucht war. Im Herbst 1993 folgte dann der erste Ausbau zu einer richtigen Küche mit Zugang von der Kneipe aus. Bis dahin diente der oben erwähnte schmale Gang als Küche. Jetzt konnte nun richtig gekocht werden, was die lieben Gästileins durch vermehrten Besuch honorierten.


In den Folgejahren passierten bis auf kleinere Veränderungen und das Ausgraben des Brunnens keine weiteren Umbauten. Erst mit der Flut 2002 sollten tiefgreifende Änderungen wirksam werden. So wurde 2003 der vordere Teil der Kneipe völlig entkernt, das Dach entfernt und mit einem Überbau versehen. In diesem Zusammenhang wurde die Trennwand zwischen Laube und Eingangsbereich durch eine Fachwerkkonstruktion aus den alten Deckenbalken ersetzt. Auch die Küche wurde abgerissen und durch eine größere ersetzt. Dazu mussten die beiden Fenster in der Laube versetzt werden. Im Herbst 2005 kamen das Vordach und die vielleicht beste Veränderung - die große Glastür im Stall - dazu. Jetzt konnte Tageslicht rein und im Sommer sitzt man auch bei Regen im Trockenen. Ein ganz bedeutendes Datum im Heute ist der 07.04.2008! An diesem Tag wurde das erste selbst gebraute Bier ausgeschenkt! Gebraut in der eigenen "Hausbrauerei Laubegast". Am Kronstädter Platz (Laubegast), in Teilen eines ehemaligen Ballsaales gelegen, befindet sich die Brauerei. Nach Umbauarbeiten im Dezember 2007 und der Installation der Brauanlage konnte es losgehen und schon das erste Ergebnis war ein Erlebnis. Bestes Bier aus eigener Produktion. Da die Produktion noch richtige Handarbeit ist, wo keine Computer "reinreden", und da das Bier unfiltriert ist, unterliegt es natürlich einem stetigen Wandel. Aber genau das macht den einzigartigen Reiz aus. Prost! Seit dem Sommer 2015 kommt nun aus der "Brauserei Laubegast" (in den Räumen der Brauerei gelegen) die eigene Fassbrause. Nochmal - Prost! Lassen Sie sich von dem einzigartigen Flair dieser Gegend, der Elbe und dieser Kneipe verzaubern und genießen Sie diesen Abend.